Pressespiegel -SZ 24.09.08

Sieben sind's auf einen Streich

SP Stadt Solothurn Nominationen für die Kantonsratswahlen 2009 unbestritten

Die angekündigten sieben Kandidierenden für die Kantonsratswahlen 2009 hat die SP-Stadtpartei nominiert. Fast mehr zu reden gab der allfällige Wahlkampf 2009 um das Vize-Stadtpräsidium.

WOLFGANG WAGMANN

Ganze 20 Personen – darunter die sieben zu Nominierenden – hatten sich im Volkshaus zur Parteiversammlung eingefunden. An sich konnte Benjamin Patzen drei Frauen als Neumitglieder vermelden, doch alle drei hatten sich entschuldigt. Nun, auch die kleine Zahl reichte durchaus für eine längere Diskussion um das von Evelyn Gmurczyk vorgestellte Wahlkampfbudget 2009. Dieses beläuft sich auf total 24 000 Franken, wobei die SP bei den Gemeinderatswahlen auf Rückflüsse durch persönliche Beiträge der Kandidierenden von je 200 Franken hofft. Die Gemeinderatswahlen würden damit noch mit 14 000 Franken zu Buche schlagen. «Das Budget ist gleich hoch wie 2005», versicherte Gmurczyk. Zu reden gab aber der «Reserveposten» von 7500 Franken für einen Wahlkampf ums Vize-Stadtpräsidium. 2005 hatte es die SP mit Gemeinderat Peter Fäh probiert, war jedoch an Barbara Streit (CVP) gescheitert.

Vor diesem Hintergrund wollte Kantons- und Gemeinderat Markus Schneider nur 2500 Franken zugunsten der für ihn eher zweitrangigen Wahl zurückstellen, die gleiche Summe jedoch jeweils für die Kantons- und Gemeinderatswahlen zusätzlich abzweigen. Grundsätzlich waren sich die Anwesenden einig, dass der SP als zweitstärkster Partei das Vizepräsidium zustehe. Dennoch konnte sich Schneider mit seinem Antrag durchsetzen, und zwar auch mit dem Argument, 2005 habe es eine offene Kampfwahl um das Amt gegeben, was naturgemäss mehr koste. Ob und wie die SP antritt, wird die Basis aber erst im Dezember entscheiden.

Lockere Nomination

Unbestritten und mit einem lockeren Spielchen wurden die sieben Vorgeschlagenen für das Antreten an den Kantonsratswahlen nominiert. Dabei hatten die Kandidierenden aus einer Tüte Gegenstände zu ziehen und anhand dieser ihre Motivation für den Wahlkampf zu erläutern. So zog der bisherige Kantons- und Gemeinderat, der 48-jährige PR-Berater Markus Schneider, eine Schachtel Streichhölzer oder die Parteipräsidentin, Gemeinderätin und Primarlehrerin Franziska Roth (42) eine Rolle Schnur, aus der sie künftig neue Bildungskonzepte «wie am Schnürchen» ziehen möchte. Personalfachfrau Evelyn Gmurczyk (49) kann es als ehemalige Kantonsrätin erneut versuchen, auch Gemeinderätin Katrin Leuenberger (34) tritt nochmals zu Kantonsratswahlen an; den ersten Versuch hatte die Buchhändlerin 1993 als 18-jährige gewagt. Das Feld komplettieren die 23-Jährige Gemeinderätin Anna Rüefli, Rechtsanwalt Herbert Bracher (50) und der 22-jährige Politologie-Student Fabio Blöchliger. Alle müssen aber noch an der Amtei-Nominationsversammlung vom 22. Oktober bestätigt werden. Der Vorstand liess sich die Kompetenz für Nachnominierungen geben, hätte doch Parteipräsidentin Franziska Roth noch zwei interessierte Personen in petto.
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(c) Solothurner Zeitung, 24.09.08

 
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