Pressespiegel -SZ 24.10.08

Eine turbulente Anfangsphase

SP-Themenabend Erste Befunde zur Tagesschule

Die ersten Wochen der Anfang August in Betrieb genommenen Tagesschule waren turbulent. Über Raumnöte, ein schwieriges Wegkonzept und Langsamesser orientierte die Leiterin der Tagesschule, Barbara Leibundgut, die SP Solothurn.

Eigentlich hatte die SP zu einem öffentlichen Themenabend aufgerufen. Doch die Öffentlichkeit blieb dem Anlass fern. Nur gerade zwei Mütter fanden den Weg ins Schulhaus Brühl, und die SP blieb weitgehend unter sich. «Wir hatten gehört, dass einige Eltern unzufrieden sind», erklärte Franziska Roth den Grund, weshalb bereits wenige Wochen nach dem Start der Schule Bilanz gezogen werden sollte. Statt in der Aula berichtete Barbara Leibundgut schliesslich im familiären Kreis über die ersten Erfahrungen – und was sie erzählte, war durchaus interessant.

«Die ersten Wochen waren turbulent, und es gibt einiges, was noch nicht funktioniert, wie es sollte», blickte die Leiterin auf die hektische Anfangszeit zurück. Die weit über 100 Kinder, die für die Tagesschule im Brühl und im Hermesbühl angemeldet wurden, und die zahlreichen Nachmeldungen machten es der Schulleitung und den zwölf Betreuerinnen in Teilzeit nicht leicht. Sehr rasch waren im Brühl die vorgesehenen Räume zu klein und mussten durch ein Schulzimmer ergänzt werden. «Damit gewannen wir einen ruhigen Ort, wo die Kinder ihre Hausaufgaben machen können», erzählte Barbara Leibundgut.

Dritter Standort in der Vorstadt?

Kopfzerbrechen machte dem Team gleich das Wegkonzept. Was auf dem Plan gut aufgegangen war, zeigte sich in der Praxis als schwierig. «Die Kinder brauchen mehr Zeit für den Fussweg als wir angenommen hatten.» Als Beispiel erwähnte Barbara Leibundgut ein Kind aus dem Dreibeinskreuz-Kindergarten, das 40 Minuten benötige, um ins Brühl zu gelangen. Oft werde eine Betreuerin auch für die Begleitung eines einzelnen Kindes beansprucht und könne ihre Aufgabe in der Schule nicht wahrnehmen. In der Runde war man sich einig, dass über kurz oder lang ein dritter Standort nötig sei, was auch eine anwesende Mutter so sah: «In der Vorstadt besteht ein grosser Bedarf an Tagesschulplätzen.» Dass dies die beiden jetzigen Standorte entlasten würde, glaubte die Leiterin jedoch nicht: «Mit dem Erschliessen neuer Gebiete geben wir nur mehr Eltern die Gelegenheit, ihre Kinder in die Tagesschule zu schicken.»

Doch nicht nur das Wegkonzept fordere die Betreuerinnen oft bis ans Limit. «Auch die Schüler aus Kleinklassen brauchen mehr Betreuung», so Barbara Leibundgut. Ein körperbehindertes Kind brauche gar das Dreifache an Betreuung. Auch die teilweise sehr hohen Buchungen vor allem zu Mittagszeiten würden oft die Kapazität sprengen, gab die Leiterin zu bedenken: «Kinder, die langsam essen, geben den Platz für die Wartenden nicht frei, und dies bringt Unruhe ins Esszimmer.» Trotz all diesen Anfangsschwierigkeiten bezeichnete die Leiterin den Anfang als Erfolg. «Für die aktuellen Probleme suchen wir gemeinsam nach einer Lösung, und wir sind zuversichtlich, dass uns dies gelingen wird.» (KA)

(c) Solothurner Zeitung, 24.09.08

 
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