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Frauen am Drücker
SP Franziska Roth als Präsidentin
gewählt
Vor langer Zeit hat SP-Präsident Adrian
Würgler seinen Rücktritt angekündigt. Am Mittwoch
übergab er das Amt nun an Franziska Roth, Evelyn Gmurczyk
ist neu Vizepräsidentin.
«Ja,
ich will
» Das hatte Franziska Roth im Mitteilungsblatt
der SP Stadt Solothurn kundgetan. Gestern stimmen nun auch
ihre Genossen dem Bund zu. Mit Applaus wurde die 41-jährige
Primarlehrerin zur neuen Präsidentin gewählt. Er
trete mit einem breiten Grinsen ab, sagte Adrian Würgler.
«Ich habe diese Aufgabe mit Freude gemacht, nun gehe
ich aber auch mit Freude.» So bleibe ihm wieder mehr
Raum für anderes. Würgler wird der Partei jedoch
erhalten bleiben: als Gemeinderat und als Vorstandsmitglied.
Shampoo und Vitamin B
Würgler überliess Roth einen Koffer
mit Dingen, die ihr im Amt behilflich sein dürften: Vom
Bübchen-Shampoo, «um gewissen Gielen
den Kopf zu waschen» bis hin zu Pillen «mit vier
Sorten Vitamin B, was in dieser Stadt durchaus nützlich
sein kann.»
Der Entschluss, den Posten als Präsidentin
zu übernehmen, sei ihr eigentlich leicht gefallen, sagte
Roth. Da sie aber in anderen Bereichen sehr engagiert gewesen
sei, habe sie erst kurz vor den Sommerferien endgültig
zugesagt. «Aber jetzt bin ich bereit und will mich engagieren.»
Ihr Ziel sei es, die Partei aktiv zu erhalten. «Doch
allen recht machen, das kann und will ich nicht.» Mit
Applaus gewählt wurde auch die neue Vizepräsidentin
Evelyn Gmurczyk. Sie wird sich das Amt mit Markus Arnold (bisher)
teilen.
Als erste Amtshandlung rief sie auf, «Freunde,
Bekannte, Kultur und Sportinteressierte» für die
nächste Gemeindeversammlung zu mobilisieren. «Sonst
fallen Stadttheater oder Lernschwimmbecken dem Sparwillen
zum Opfer.» Auch die politischen Gegner würden
sich bereits vorbereiten.
Den letzten Teil des Abends konnte Nationalratskandidat
Markus Schneider nutzen. Er finde, dass die SP in diesem Wahlkampf
zu viel Themensurfing betreibe und sich zu wenig grundsätzlich
äussere. Es dürfe nicht sein, dass das Parlament
angelogen werde, die Unabhängigkeit der Justiz in Frage
gestellt und gegen Leute gehetzt werde, die ihr politisches
Amt ausführten. «Das dürfen wir nicht zulassen.»
Er setzte dann auch auf ein wenig populäres Thema, die
Raumplanung. «Etwas, das in den nächsten vier Jahren
ganz sicher Bedeutung hat.»
© Solothurner Zeitung | Ausgabe vom 14.09.2007
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